Die Game City – “Österreichs grösstes [sic!] Gaming Event” – ging vergangenes Wochenende in seine zehnte Runde. Wie auch in den Jahren zuvor hat die Veranstaltung mit gratis Eintritt wieder Zehntausende Fans jeden Alters ins und ums Wiener Rathaus gelockt. Bei bestem Herbstwetter sollten Besucher und Veranstalter zugleich allen Grund zum Feiern haben – doch leider war auch diese Game City meiner Meinung nach trotz und gerade wegen seiner Vorzüge eher Enttäuschung als Erfolg.


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 (leider meine einzige Quelle mit einer ungefähren Zahl) spricht von fast 80.000 Besuchern, womit sich die Game City erneut die “siebtgrößte Stadt Österreichs” nennen darf. Oder nahezu Fußballstadien der Größe des Dortmunder Signal-Iduna-Parks oder Estadio Santiago Bernabéu in Madrid füllen könnte.

 

Zum Vergleich: Die letzt- und diesjährige GamesCom in Köln war mit “nur” 345.000 – also etwas mehr als dem Vierfachen – komplett ausverkauft.

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Und während die weltweit größte Besuchermesse für Videospiele in einem riesigen Messegelände regelmäßig ganze neun Hallen füllt, fand auch in diesem Jahr die Game City im Wiener Rathaus statt. Etwas Außengelände auf der Rückseite der Sehenswürdigkeit, der Innenhof und eine Handvoll Räumlichkeiten im Inneren waren alles, was den Ausstellern zur Verfügung stand. Der vom Rathauspark gesäumte Platz vor dem Gebäude war dieses Jahr zum wiederholten Male von einem Zirkus und einer Vielzahl von Essensbuden besetzt.

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Auf die Messe selbst zu gelangen war zu den Stoßzeiten ein erstaunlich langwieriges Verfahren. Wer sich nicht bereits im Vornherein bei Saturn und Co ein “Altersbändchen” geholt hatte, musste dies beim Eingang selbst machen, an dem auch die Taschen kontrolliert worden und man zusätzlich noch versuchte, das Gelände nicht zu überfüllen.

 

 

Was am späten Freitagnachmittag noch übertrieben aussah, war Sonntag fast völlig ausgenutzt und zog Wartezeiten von mehr als einer halben Stunde mit sich. Und dies war der EINZIGE Eingang. Die EINZIGE Möglichkeit vor Ort, an die Bänder zu kommen und der EINZIGE Ort, wo Taschenkontrollen stattfanden. Organisatorisch also keine Meisterleistung, zumal man erst ganz vorn überhaupt mitbekommt, was auf der Messe selbst nicht erlaubt ist. Neben dem selbstverständlichen Waffenverbot war auch das Mitbringen eigener Getränke verboten. Eine Trennung des Ganzen und frühere Hinweise hätten das Anstehen hier sicherlich etwas verkürzt. Ganz zu schweigen von einem weiteren Eingang (plus Ausgang!) näher an der Ubahn-Station “Rathaus”.

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Doch begeben wir uns endlich AUF das Gelände, dass sich dieses Jahr sonderlich blau präsentierte. PlayStation und Ubisoft nahmen gefühlt je ein Drittel des Ausstellerbereichs ein, Microsoft und EA waren gar nicht erst vertreten, die Indie-Area war wie immer gut besucht und voller Nostalgie – und der Rest? Ein Bisschen Nintendo, etwas PC-Gaming hier und da, aber sonst regierte Blau an allen Ecken und Enden. (Ein Umstand, der in Anbetracht der baldigen Präsidentschaftswahl in Österreich aber bitte nur für die Game City gilt!) Nicht, dass ich etwas gegen die beiden Videospielgiganten hätte, etwas mehr Abwechslung wäre aber dennoch schön gewesen.

 

Alles, was ich sehen konnte und gesehen habe, war etwas, woran ich bereits Interesse hatte. Es gab keine Überraschungen oder Titel, die ich mir hätte anschauen können, weil es dort gerade keine Schlange gab und das die beste Begründung ist, sich einen Controller zu schnappen. Warum woanders warten, wenn man hier direkt loslegen kann? Vielleicht entdeckt man ja was cooles? Nicht so dieses Jahr.

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In Sonys PlayStation-Bereich gab es neben diversen VR-Titeln Horizon: Zero Dawn, Call of Duty: Infinite Warfare (und damit doch etwas EA im PlayStation-Bereich!).

dsc01246Ubisoft zeigte neben Watch_Dogs 2 (ebenfalls im PlayStation-Bereich), For HonorGhost Recon: Wildlands und South Park 2. In den Mix gestreut waren noch eine Reihe weiterer Spielstationen – darunter Star Trek: Bridge Crew, Steep, Eagle Flight (alles von und bei Ubisoft), DragonBall Xenoverse 2 und – warum auch immer – Overwatch.

Ich habe mich schon früher immer wieder als Ubisoft-Fan geoutet und ich werde es auch dieses Mal tun, aber aus gutem Grund. Ich habe mir nur zwei Präsentationen angeschaut, da ich For Honor bereits gespielt hatte und mich der Rest nicht wirklich interessierte. Durch die engen Gänge und die teils elendig-langen Schlangen war es fast genauso laut wie auf der GamesCom und doch wurde bei Horizon: Zero Dawns Präsentation komplett auf Headsets und Kopfhörer verzichtet. Ich saß in der vorderste Reihe und hatte Schwierigkeiten, das Gesagte überhaupt zu hören.

Watch_Dogs 2 auf der anderen Seite glänzte nicht nur durch die beiden coolen und charmanten Präsentatorinnen, sondern auch durch eben jene Headsets und Kopfhörer. Man konnte nicht nur ihnen zuhören, sondern auch den Sound des Spiels glasklar hören und so etwas besser ins Spiel eintauchen. Und sogar ein T-Shirt gewinnen konnte.

Zugegeben, das Spiel selbst testen konnte man nur bei Horizon: Zero Dawn – wofür man sich jedoch erneut anstellen musste und bei dem es offenbar nur eine oder zwei Testkonsolen gab.

Am Ende der Game City bin ich im Großen und Ganzen mehr enttäuscht als begeistert. Gleichzeitig versuche ich mir aber selbst zu sagen, dass ich mich nicht über etwas aufregen sollte, das gratis ist. Doch warum ist es noch immer gratis? Warum ist es noch immer im Rathaus, wo kaum genug Platz ist, um sich ordentlich an einer Schlange anzustellen, ohne im Weg zu stehen?

Ich würde sofort Eintritt dafür bezahlen, damit ich mehr Spiele auf einer größeren Fläche sehen könnte – selbst wenn anfangs die Preise zu hoch und die Fläche zu klein ist. Die Vienna Comic Con zeigt, wie man es machen kann: Sie haben klein angefangen letztes Jahr, waren bereits im Vorfeld komplett ausverkauft und haben dann sehr schnell gemerkt, dass sie ausbauen müssen. In diesem Jahr werden es zwei Hallen statt der einen sein, auf der man sich mit anderen Enthusiasten treffen kann.

Die Game City sollte sich da – nach immerhin zehn Jahren und gefühlt immer weniger Platz statt mehr – den einen oder anderen Trick abschauen, bevor es womöglich die letzte “Gaming findet Stadt”-Veranstaltung war. Bei aller Meckerei wäre es doch schade drum, wenn es eine Convention weniger im Jahr gäbe. Gerade eine, die so schön perfekt zwischen GamesCom und Comic Con liegt….

Zum Abschluss noch ein paar mehr Bilder meinerseits. Bis hoffentlich zur Comic Con im November😉

 

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