Nippon Nation – Mehr CONtra als CONvention

Am Wochenende vom 16. und 17. Juni fand zum dritten Mal im Wiener Museumsquartier die Nippon Nation statt. Eine Convention “für alle Nerds”, wobei der Fokus hier natürlich – allein dem Namen nach – sehr stark auf alles Japanische liegt. Animes, Manga, Teezeremonie, Japanisch lernen und fast mehr Cosplayer als unverkleidete Gäste. Der Name war auf jeden Fall Programm, doch selbst das Land der aufgehenden Sonne vermag es nicht, die Convention in einem besonders positiven Licht erstrahlen zu lassen.

 

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Die GROB eingezeichnete Fläche der Nippon Nation

Das Programm (hier zu finden) spiegelte selbstverständlich den Namen der Convention wider, überraschte mich aber dennoch durch die eSports- und Twitch- bzw. YouTube-Panels, die ich so nicht erwartet hätte. Gerade die letzten beiden waren es dann auch, die mich hauptsächlich interessiert haben. Dass ich gerade mal zum Twitch-Panel gegangen bin und selbst das bereut habe?

Die Location war… winzig und meiner Meinung nach nicht sonderlich gut organisiert. Hinweisschilder waren entweder non-existent oder gut versteckt. Ich kann mich zumindest an keine erinnern, die nicht direkt an der jeweiligen Tür hingen, wo man hinwollte. Gut, es dauerte nicht lang, bis man alles gefunden hatte, aber etwas mehr Orientierungshilfe – gerade an den Eingängen zum MQ wären schon praktisch gewesen.

Doch das enttäuschendste? Die Moderatorin. Ich erinnere mich schon nicht mehr an ihren Namen und würde nur zu gern ihre “Performance” vergessen. Mag sein, dass sie gerade erst ihre Moderationausbildung abgeschlossen hat. Möglich, dass sie nicht an allen Themen interessiert war, die sie vorgestellt hat. Alles möglich, aber was sie abgeliefert hat, grenzte an einer Frechheit. Dem Publikum die Möglichkeit für Fragen zu geben und dann sagen, sie habe damit gerechnet, dass keine Reaktion käme ist das absolute Gegenteil einer guten Moderation. Ihre Aufgabe sollte sein, das Publikum zu animieren und sich nicht über es lustig machen.

Die zweifelhafte Organisation half an dieser Stelle auch nicht und so verzögerten sich die Panels künstlich. Cosplayer, die zu spät zum Wettbewerb kommen, kann ich noch irgendwie verstehen – wenn dies den Juristen passiert, ist das dann schon mehr als peinlich. Panel-Teilnehmer auf die Bühne bitten ohne Sitz-Möglichkeiten oder extra Mikros zu haben – wie beim Twitch-Panel geschehen – ist bitter.

Überhaupt, dass das Twitch-Panel auf der “Hauptbühne” stattfand und nicht als Workshop, versteh ich bis jetzt nicht. So war es nicht mehr als ein schlechtes Frage-Antwort-Interview, das den Zuschauern nicht wirklich viel Infos gegeben hat. Die Gäste haben nur ein wenig erzählen, was sie machen und vielleicht vier Minuten damit verbracht zu sagen, was man genau braucht. Wie das Streamen aber dann aussieht, wie man alles einrichtet und worauf man sonst so achten sollte? Kaum ein Wort.

Zum YouTube-Panel bin ich dann schon gar nicht mehr gegangen, weil es wohl auf das gleiche hinaus gelaufen wäre. Ebenfalls auf der Hauptbühne und die gleiche Moderation, die das Publikum wieder derart vergrault, dass sich niemand beteiligen WILL.

Dass es auch anders geht, durfte ich beim Vortrag zum günstigen Reisen nach Japan sehen. Florian Lampel Bakk war FANTASTISCH. Witzig, gut vorbereitet mit einer umfangreichen und interessanten PowerPoint-Präsentation und einer wirklich guten Rhetorik. Und er hat die Zuschauer direkt mit einbezogen und hatte einfach eine großartige Bühnenpräsenz gezeigt.

Ebenfalls Lob verdienen die unzähligen Cosplayer, aber das war zu erwarten. Gefühlt die Hälfte aller Besucher kam verkleidet und alle Kostüme sahen absolut großartig aus. Mein absoluter Respekt alle Cosplayer. Ihr seid großartig und ich bewundere euch und eure Arbeit🙂

Alles in allem? Ich will es nicht “rausgeschmissenes Geld” nennen, aber 19€ pro Tag an der Tageskarte, bzw. 30€ für das Wochenend-Ticket sind eindeutig zu viel, wenn man überlegt, dass einige der Workshops noch zusätzliche Kosten nach sich zogen und es abgesehen von dem dürftigen Programm nicht wirklich etwas zu sehen gab. Also ja…. ich war kein Fan der Con und hoffe, dass kommende Conventions in Wien mehr zu bieten haben als die Nippon Nation. Immerhin war bei der GameCity die Location um einiges schöner und die ComicCon letztes Jahr doch etwas größer und hatte wirkliche prominente Stars.

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