Ankündigung-ception

Wer kennt sie nicht, die Werbetrailer zu kommenden Filmen und Videospielen? Oftmals bereits Jahre zuvor werden sie – am liebsten auf den großen Messen – vorgeführt. Leider hat dieser Trend eine Eigendynamik entwickelt, die beinahe schon lächerlich wird.
Damit man nicht von Beginn an alles zeigt, aber frühstmöglich mit dem Marketing anfangen kann, werden zuerst nur Bilder oder kleinere Trailer (sogenannte Teaser) gezeigt, die das Publikum nur hungrig machen soll. So weit, so gut.

Nun ist unsere Medialandschaft mittlerweile so schnell, dass kleinere Nachrichten zu schnell vergessen werden können oder gar völlig übersehen werden. Abhilfe schafft es da, neue Trailer oder Teaser vorweg anzukündigen. Entweder mit kurzen Beiträgen in Sozialen Netzwerken oder – noch besser – mit Ankündigungstrailern. Die Ankündigung-ception ist geboren und kann nahezu beliebig weitergeführt werden.

Das Ganze mag vielleicht ganz lustig sein, wenn man es sich vorstellt, aber im Gründe zeigt es doch, wie der Medien-Journalismus heutzutage funktioniert. Oder zumindest, wie er seine Leser wahrnimmt. Natürlich, Werbung IST notwendig, zumindest zu einem gewissen Grad, ansonsten erfährt niemand, was man zu verkaufen hat. Aber ein solches Bombardement kann durchaus auch seine negativen Folgen haben.

Entweder man ist bereits durch all das Material, das man im Vornherein bekommt, übersättigt und braucht das Endprodukt dann gar nicht mehr oder die Erwartungshaltung steigt so stark, das selbst ein ausgezeichnetes Produkt nur noch wie Massenware wirkt.

Besonders schlimm ist ein solches Marketing, wenn sich der Verkaufsstart verzögert. Werbung hat einen bestimmten Rhythmus und braucht ein perfektes Zeitfenster, um möglichst wirksam zu sein. Wird dieser Rahmen unterbrochen, muss die Werbetrommel nicht nur unterbrochen werden, sondern startet direkt von Beginn an. Die Zahl der Trailer, Teaser und sonstiger Ankündigungen steigt ins Unermessliche und was man noch zu Beginn gesehen haben mag, muss am Ende nicht dem tatsächlichen Produkt entsprechen.

Das ist schade für den Kunden und schlecht für den Entwickler. Sonys The Last Guardian ist hier ein gutes Beispiel – oder fast noch besser SquareEnix’ Final Fantasy XV, das ursprünglich als Final Fantasy XIII versus angekündigt wurde. Beide Titel werden wohl noch irgendwann erscheinen, doch nicht einmal mehr für die Konsole für die sie anfangs beworben wurden. Beide befinden sich nun bereits seit mehr als acht Jahren in Entwicklung – kein gutes Zeichen. Zumal The Last Guardian bereits während der ersten Präsentation als bester Titel der Konsolengeneration und NOCH besser als Ico / Shadow of The Colossus angesehen wurde.

In diesem Sinne also: So gut Inception auch ist, bitte bleibt bei einer vernünftigen Zahl von Ankündigungen😉

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