Herr der Bücher (Rezension: Herr der Ringe)

Es ist die wohl schwierigste Frage für jeden Buchhändler und Buchliebhaber – die Frage nach dem EINEN Lieblingsbuch, dem persönlichen Schatz, dem Gewinner des goldenen Podiums.

Entscheidet man sich für das momentane Lieblingsbuch, das Buch, das einem zuletzt am besten gefallen hat? Oder für das erste Buch, das einen wirklich berührt und mitgenommen hat? Und: zählen Buchreihen einzeln oder als Gesamtwerk? Oder muss es diese Eine-eine sein – ohne Konkurrenz, Nebenbuhler und zweiter Meinung?

 

Gibt man mir die Wahl, was genau ich antworte, liefere ich mit Sicherheit eine Liste verschiedener Buchreihen – hauptsächlich Fantasy-Reihen – gespickt mit einigen Klassikern und vielleicht dem einen oder anderen aktuelleren Roman aus der Belletristik. Also etwa plus/minus 20 Titel – je nachdem, wie man denn nun zählt. Will man jedoch genau EINEN Titel haben, müsste ich mich wohl für das Buch entscheiden, das so viele andere erst möglich gemacht hat. Sozusagen der Vorreiter all dessen ist, was mir lieb und teuer ist.

Sprich: Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien.

Nicht, dass ich das Buch perfekt finde – dafür ist es viel zu kurz -, und nicht, dass es das BESTE Buch aller Zeiten ist – dafür gibt es zu viele Kritikpunkte, die man anbringen könnte -, doch was den Herr der Ringe so einzigartig und herausragend macht ist die Wirkung, die das Buch noch heute auf Millionen von Menschen hat – ob sie nun wollen oder nicht.

Es gibt kaum einen Fantasyautor*, der nicht irgendwie von Tolkien beeinflusst wurde. Oder von Autoren beeinflusst wurde, welche wiederum Tolkien als ihre Inspiration gesehen haben. Natürlich – auch Tolkien hat nicht etwas völlig Neues geschaffen, sondern wurde auch von früheren Geschichten beeinflusst, aber ich behaupte, dass die Art und Weise, wie Tolkien Mittelerde erschaffen hat, so einzigartig ist, dass man mit Fug und Recht behaupten kann, dass er die moderne Fantasy erfunden hat.

Und genau dieser Einfluss macht den Herr der Ringe für mich zum Buch der Bücher, das jeder (Fantasy-)Fan einmal gelesen haben sollte. Oder es zumindest versucht haben sollte, denn ich gestehe, dass Tolkien für viele nicht leicht zu lesen ist und man es einfach genießen muss.

 

Es sind also weder die Charaktere, noch die Geschichte oder der Schreibstil, der mich zu dieser Wahl bringen – wenngleich vieles davon wirklich großartig ist. Nicht einmal die Sprachen und Geschöpfe, die Tolkien erfunden hat, so atemberaubend diese auch sein mögen. Es ist und bleibt das Vermächtnis, das dieses Werk hinterlässt und ohne das unsere Welt um so viel ärmer wäre.

 

 

*der Vollständigkeit halber sei natürlich erwähnt, dass hier sowohl männliche als auch weibliche Autoren gemeint sind, ich den Text nur nicht mit Doppelausdrücken zupflastern möchte.

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